17. Orientierungsschreiben – WGF-Anleihe WGFH05 vom 11. Juli 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne unterrichte ich Sie über den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens.

1. Weiterer Zeitplan

Die Abrechnung der Treuhandkonten durch den benannten Notar konnte erst Ende März 2017 fertiggestellt werden. Nun muss noch der für Steuerrisiken der insolventen Projektgesellschaft Hotel Kruppstraße GmbH & Co. KG zurückzubehaltende Betrag durch den Steuerberater dieser Projektgesellschaft ermittelt werden wie die Sicherheitentreuhänderin mittteilt. Eine Ausschüttung vor Ermittlung dieses Betrages ist für die Sicherheitentreuhänderin nicht möglich, da die Sicherheitentreuhänderin für diese Steuerrisiken persönlich haftet. Dass die Sicherheitentreuhänderin ein derartiges Haftungsrisiko nicht eingehen möchte, ist durchaus verständlich.

Nach Einschätzung der Sicherheitentreuhänderin werden sich die Aufarbeitung und die sich daran anschließenden Verhandlungen mit der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein Westfalen bis mindestens Mitte Juli 2017 hinziehen. Die Sicherheitentreuhänderin will aber auf eine zügige Bearbeitung dieser Steuerthematik durch die Verantwortlichen hinwirken.

Vor diesem Hintergrund geht die Sicherheitentreuhänderin davon aus, dass eine potentielle Ausschüttung frühestens Mitte/Ende August 2017 wird erfolgen können.

2. Bericht des Insolvenzverwalters Dr. Biner Bähr zum Insolvenzverfahren

Herr Rechtsanwalt Dr. Biner Bähr hat am 13. März 2017 seinen zweiten Bericht zum Insolvenzverfahren über das Vermögen der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG beim Amtsgericht Düsseldorf eingereicht.

Anleihegläubiger können von mir per EMail diesen Bericht in elektronischer Form erhalten, wenn mir die Anleihegläubiger ihre Anleihegläubigerstellung durch einen aktuellen Depotauszug, aus dem sich Depotinhaber, Bestand der Anleihe A0LDUL und das Datum des Depotauszuges ergeben. Ich bitte für diese Verfahrenssicherung um Verständnis, da es sich beim Insolvenzverfahren um ein sog. nicht öffentliches Verfahren handelt.

Im Anschluss an den Bericht des Insolvenzverwalters Dr. Biner Bähr vom 10.06.2016 hält Herr Dr. Biner Bähr daran fest, dass vor einer Beendigung des Verfahrens vor dem Jahre 2020 nicht gerechnet werden kann – wobei die Dauer maßgeblich von der Verfolgung der geltend gemachten und noch geltend zumachenden Ansprüchen abhängt –, nach wie vor mit keiner Quote für die Insolvenzgläubiger und damit auch für Sie als Anleihegläubiger aus dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG gerechnet werden kann.

Der Insolvenzverwalter hat gegen die zum Zeitpunkt des ersten Insolvenzverfahrens 2012/2013 amtierenden Vorstands und Aufsichtsratsmitglieder zwischenzeitlich Haftungsansprüche geltend gemacht und die D&OVersicherung hierüber informiert. Weitere Ansprüche, auch gegen sonstige Beteiligte werden derzeit noch geprüft.

Um einem – offenbar häufiger auftretenden – Missverständnis vorzubeugen: die mangelnden Quotenaussicht bezieht sich nur auf das Insolvenzverfahren über das Vermögen der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG und hat nichts mit den Ihnen möglicherweise noch zustehenden Verwertungserlösen aus dem Verkauf der als Sicherheit für die Anleihen bestellten Immobilien. Diese Immobilien wurden gehalten von sog. Objektgesellschaften und nicht! von der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG.
Den nächsten Bericht erstattet Herr Rechtsanwalt Dr. Biner Bähr am 13.09.2017. Ich habe mir diesen Termin notiert.

Über die weitere Entwicklung werde ich Sie unterrichten. Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

DANIEL VOS
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bankund
Kapitalmarktrecht
als gemeinsamer Vertreter WGFH05