Warum ist die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters sinnvoll?

Für die Schuldverschreibungsgläubiger hat die Wahl eines gemeinsamen Vertreters den Vorteil einer gemeinsamen Interessenvertretung.

Im Falle einer Krise des Emittenten können die Schuldverschreibungsgläubiger durch den gemeinsamen Vertreter auf Augenhöhe mit dem Unternehmen verhandeln. So kann eine Unternehmenssanierung allein auf Kosten der Schuldverschreibungsgläubiger begegnet werden.

Auch im InsoInsolvenzverfahren bringt die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters erhebliche Vorteile sowohl für die Schuldverschreibungsgläubiger als auch für den Insolvenzverwalter. So ist der gemeinsame Vertreter im Insolvenzverfahren alleine berechtigt und verpflichtet, die Rechte aller Schuldverschreibungsgläubiger geltend zu machen, § 19 Abs. 3 SchVG. Der gemeinsame Vertreter kann aufgrund der Bündelung der Interessen der Schuldverschreibungsgläubiger maßgeblich zu einer zügigen und beschleunigten Abwicklung der Forderungsanmeldung und Abwicklung der Forderungen ggf. durch Abschlagsverteilungen beitragen. Das zeit- und kostenaufwändige Anmeldungsverfahren kann hierdurch erheblich erleichtert werden. Insbesondere muss der gemeinsame Vertreter bei der Forderungsanmeldung keine Originalschuldurkunde vorlegen.